Arequipa, Puno, Cusco und Sacred Valley
Wiedersehen macht Freude!
Zuerst mal das Wichtigste: Weil wir euch so unheimlich vermissen und uns schon auf ein Wiedersehen freuen, schmeissen wir 22h nach unserer Ankunft in Schwechat unsere “Juhu wir muessen unser Geld nicht mehr in der Unterhose verstecken”-Party. Auf Deutsch: Party am 28. Maerz ab 20:00 bei uns z’haus … Datum eintragen … fett markieren … und vorbeikommen :-). Wir werden trotz Jetlag fuer die Grundausstattung sorgen (das wird lustig beim Merkur … mit der Kassiererin ueber den Endpreis verhandeln *g*) … fuer Wasser/Saft/Bier/Wein/Chips wird also gesorgt … am Besten einfach mitnehmen auf was ihr Lust habt. Das wird nett! Ahja … Mp3s haben wir keine (siehe erster Blogeintrag) … wir werden also auf “altmodische Weise” unsere Jugend-CDs zum Besten geben :-).
Arequipa
Wir sind vor ca 2 Wochen von Lima nach Arequipa geflogen … eine wirklich schoene Abwechslung zu stundenlangen Busfahrten. Dort haben wir’s uns gut gehn lassen … mehr oder weniger. Die Unterkunft war nicht so der Hammer … dafuer waren wir aber ausgezeichnet tuerkisch Essen bei “El Turko”. Wir haben uns Kirchen angesehn … nicht so leicht weil die Oeffnungszeiten vergleichbar sind mit den Amtszeiten der Gemeinde Wien … und noch dazu stark vom Schlaf- und Pausenverhalten des Pfoertners abhaengig. Besonders nett war der Besuch des “Sankt Francisco”-Konvent … ein SEHR altes Kloster … mit einer SEHR alten Bibliothek. Dort fuehlt man sich wie Sean Connery bei “Im Namen der Rose”. Ausserdem haben die dort viele Museen … haha … jedes dieser Museen ist in einem kleinen verstaubten Raum untergebracht … mit alten Holzvitrinen … und die Ausstellungsobjekte sind vor ca 70 Jahren dort platziert worden und seit damals unangetastet geblieben … ausserdem schaltet man selbst das Licht ein wenn man in den Raum kommt. Ein tolles Erlebnis … verrueckt … ausser uns hat sich kein anderer Tourist dorthin verirrt
… schoen! Arequipa war also nett. Eigentlicht wollten wir dann zum “Colca Canyon” fahren (der zweithoechste Canyon der Welt … doppelt so hoch wie der Grand Canyon … aber es kommt ja nicht auf die Hoehe an *g*), aber wenn uns schon eine Tour Agency aufgrund des Schlechtwetters abraet, haben wir nicht lang gebraucht um uns gegen zwei lange Busfahrten zu entscheiden und haben stattdessen eine andere langen Busfahrt nach Puno am “Titicaca”-See genommen.
Puno am Lake Titicaca
Und diese Busfahrt hatte es in sich! Als kleiner Hinweis … Puno und damit auch der Lake Titicaca liegen auf 3800m. Sonja hat also auf dem Weg von Arequipa nach Puno beschlossen mal ein wenig Hoehenkrank zu werden … haette sie nicht vom “Boardpersonal” ein Wattepad mit Schnueffeldroge bekommen waere die Toilette wohl die halbe Fahrt besetzt gewesen … dieses tolle Wattepad hat den Mageninhalt jedoch zurueckgehalten und Sonja schlaefrig gemacht … Sonja hatte so in Peru ihre erste Erfahrung mit “Drogen”
… nein wir wissen nicht in welcher Fluessigkeit das Wattepad getraenkt war … es hat jedoch geholfen.
In Puno an 100ten Menschen vorbei die uns ein Hotelzimmer, eine Tour, ein Taxi oder ihre Kinder verkaufen wollen … in ein Taxi hinein und dem Fahrer mit Nachdruck dazu bringen uns dorthin zu fahren wo WIR hinwollen und nicht ER. Peruanische Taxifahrer betreiben naemlich ein kleines Nebengeschaeft indem sie Touristen nicht in die gewuenschten Hotels bringen, sondern in Unterkuenfte fuer die sie Provisionen kassieren. Leider mussten wir das extrem tolle und preiswerte Angebot unseres Taxilenkers ausschlagen und haben uns fuer das von uns ausgesuchte teure, dreckige und in einer extrem gefaehrlichen Gegend liegende Hotel (laut Taxifahrer) entschieden. Die muessen das Hotel jedoch kurzfristig umgebaut haben … es war naemlich nett, preisguenstig (nicht so einfach in Puno!), sauber und Bandenkriege sind ausgeblieben (ausser den Hunden die sich auf der Strasse in der Nacht gegenseitig abgemurkst haben).
Sonjas Zustand ist nicht wirklich besser geworden … die Uebelkeit wurde von starken Kopfschmerzen und Kreislaufproblemen abgeloest … und Kreislaufprobleme haben sowieso ihre Ganzkoerperlichen Auswirkungen … Sonja war also “mit der Gesamtsituation unzufrieden”. Nach 48 Stunden ausrasten und 4 Hoehenkrankheitstabletten spaeter war Sonja langsam aber doch am Weg der Besserung. Wir haben in Puno also nicht so viel gemacht … den lokalen Markt angesehn und verhandelt wie die Boesen
… statt der geplanten Inseln “Amantani” und “Taquile” (weit weg) die “Floating Islands” (20 Minuten mit dem Boot) angesehn … wir sind also dorthin gefahren wo wir auf keinen Fall hinwollten … aber es war nah. Wir sind also am Hafen in ein Boot eingestiegen das die ecuadorianischen Busse wie Luxusfahrzeuge aussehen hat lassen … der Sohn des Lenkers (Captain kann man in diesem Fall nicht sagen) musste die ganze Fahrt ueber Wasser aus einem kleinen Nebenraum Richtung See scheffeln sonst waere der Motor im wahrsten Sinne des Wortes “abgesoffen”. Mit an Board waren ca 20 andere Spanisch sprechende Touristen … toll … wir haben also vom Ablegen bis zur Rueckkunft am Hafen kein Wort verstanden.
Die “Floating Islands” sind schwimmende Inseln aus Stroh ca 8km von Puno entfernt im Lake Titicaca … zur Zeit der Inkas ein Rueckzugsort fuer die Bewohner … heute ein Touristenloch. Von der urspruenglichen Einzigartigkeit ist ausser dem Stroh nichts mehr geblieben. Touristen werden von einer Kleininsel (fuer ca 2-3 Familien) zur naechsten geschippert … zum Einkaufen … von Kultur und Geschichte keine Spur … stattdessen gibt es Kartenstaender, Restaurants, Shops und den selben Ramsch zu kaufen wie ueberall … traurig. Wir haben uns ein wenig von der Gruppe distanziert … nichts gekauft … und uns am Rande der Strohinseln ein bisserl Sonne … zwischen den Nieselregen-Phasen … auf die Nase scheinen lassen und auf den Weitertransport zum naechsten “Shoppingtempel” gewartet. Nach 2 Stunden war der “Spass” zu Ende und wir wieder sicher an Land.
Cusco
Mit dem Bus gings weiter nach Cusco … wie Lukas schon vorweg genommen hat, eine wirklich eindrucksvolle Fahrt durchs Andenhochland. Cusco liegt ca 500m niedriger als Puno … und das hat Sonja nicht im geringsten gestoert … jeder Meter zaehlt ;-). In Cusco wollten sie uns im Hostel zuerst in ein Kellerloch stecken … da wir keine Weinflaschen sind haben wir uns nicht so wohl gefuehlt in einem kalten, feuchten und modrigen Raum … das Ersatzzimmer war akzeptabel, jedoch ist beim naechsten starken Gewitter der Regen durch das Dachfenster getropft … 1 Minute nachdem Sonja gemeint hat: “Hoffentlich ist das Dachfenster dicht” … wobei … Fenster kann man da ja nicht sagen … sie haben eine alte Glasplatte in der Decke einzementiert. Trotz eifriger Suche haben wir keine wirkliche Alternative in leistbarer Preisklasse gefunden … die Haeuser sind eben alt … und Cusco schweineteuer. Wo wir beim naechsten Thema waeren :-).
Wenn man in Cusco eine Kirche ansehen moechte, muss man dafuer tief in die Tasche greifen … Eintritt zwischen 1 bis 6 Euro … oder man kauft sich das “Ticket Religioso” um guenstige 12 Euro und hat damit bereits 4 Gotteshaeuser abgedeckt. Der Besuch einer Kirche ist jedoch als Glaeubiger waehrend einer Messe gratis … ausser man hat weisse Hautfarbe, dann wird man sogar waehrend einer Messe nach einem Ticket gefragt. Unser Resueme … EINE FRECHHEIT!
Wenn man in Cusco bzw in der naeheren Umgebung eine Ruine besuchen moechte, muss man ebenfalls tief in die Tasche greifen … diesmal so richtig richtig, denn Einzeltickets gibt es fuer die Ruinen nicht und daher muss man sich das “Touristen Ticket” kaufen, wenn man auch nur eine einzige dieser Ruinen sehen moechte … Kostenpunkt: 32 Euro. Schon nach oesterreichischen Massstaeben ein wirklich hoher Preis … nach peruanischen Massstaeben ein absoluter Abzockrekord. Inkludiert sind 8 Inkastaetten und 4 Museen. Interessant ist davon maximal die Haelfte. Was bekommt man dafuer geboten? Mit diesem Ticket erkauft man sich den Eintritt zu den Ruinen … dort bekommt man weder einen Plan noch irgendwelche Informationen … moechte man Infos muss man sich einen privaten Guide nehmen … die an den Eingaengen wie die Geier auf Touristen warten. Bei den Museen das selbe Bild … wir haben eines der vier Museen besucht … das Einzige das halbwegs interessant geklungen hat … 4 kleine Raeume … alte Vitrinen … billige Infoschilder auf Spanisch. Die Ruinen haben so gut wie keine Erhaltungskosten (Steinhaufen im Freien) … die Museen sind alt und billig … wo fliessen bitte die 32 Euro hin?
Eins muss man Cusco jedoch lassen … die Umgebung ist schoen, die Stadt (bei Sonnenschein) echt nett … erinnert ein wenig an Italien
… und hat eine Geschichte von der die Stadt lebt … die Inkas haben ueberall ihre Spuren hinterlassen. Ausserdem ist Cusco der Ausgangspunkt fuer eines der beliebtesten Reiseziele in Suedamerika … “Machu Picchu” im “Sacred Valley”.
Und genau dort ist auch unsere Reise hingegangen.
Sacred Valley - Pisaq, Ollantaytambo
Mit einem vollgestopften Minibus gings also letzten Sonntag nach Pisaq … das ist fuer sich bereits ein Erlebnis … und unsere Sitzplatze (wir haben die letzten zwei ergattert) waren direkt neben dem Fahrer. Nach ca 75 Minuten sind wir dann am fruehen Vormittag am Ziel angekommen … und da war in Pisaq bereits Volksfeststimmung … Sonntags ist Markttag … Lebensmittel fuer Einheimische … Souvenirs fuer Touristen … ausserdem war Karneval und das bedeutet soviel wie … Musik und Tanz! Toll. Das Dorf hat gelebt und gebebt … ueberall Touristen, Einheimische, Taenzer aus der ganzen Region in Trachten, Musik (Quechua klingt wie Chinesisch), Essen, Farben, Kinder die mit Wasserbomben werfen oder blonde Touristinnen mit Rasierschaum bespruehen … es war toll. Ausserdem gibts in Pisaq ganz nette und grosse Inkaruinen. Wir waren also den ganzen Tag ueber beschaeftigt und hatten seit Ewigkeiten endlich wieder einmal einen wirklich wunderschoenen Tag. Der schoenste Augenblick war dann am Abend, als alle Touristen abgezogen sind und die Einheimischen bis spaet in die Nacht am Hauptplatz getanzt und gefeiert haben und wir zwei mitten drunter als stille Beobachter ;-).
Montag morgen nach einem perfekten Fruehstueck (nicht so einfach in Peru) gings nach Ollantaytambo … mit Minibus und anschliessendem Kleintransporter. Haha. Wir waren in der letzten Reihe eingepfercht … und bei jedem staerkeren Fahrmanoever ist das Gepaeck aus dem “Kofferraum” unter unserem Sitz zu uns vorgerutscht. Sonja hat dann immer wieder die “Kartoffelsaecke” mit dem Fuss zurueckgeschoben und sich gewundert was da so pickst. Irgendwann kam dann mal “ein Gekacker” unter unserem Sitz … Huehner werden hier also in Kartoffelsaecken verschnuert transportiert.
Ollantaytambo ist zum Einen der Startpunkt fuer die Zugfahrt zum Machu Picchu und beherbergt andererseits wieder Inkaruinen … die Inkas waren sozusagen die Strabag von damals
… haben ueberall gebaut. Das angebotene Kellerloch haben wir gegen ein schoenes helles Zimmer gewechselt. Die Ruinen waren nett, aber preislich hat man bereits die Naehe zu Machu Picchu gespuert … “no gracias. es demasiado caro.”
Ihr kennt doch alle die “Haare in der Suppe”-Witze … tja … in Peru haette CSI eine Freude … da braucht man nur ein Menue bestellen und schon wird die gewuenschten DNS serviert … BAEH!
Aquas Calientes und Machu Picchu
Am Dienstag hiess es dann um 4:30 aufstehn … um 5:00 im Regen zum Bahnhof spazieren … von 05:30 bis um 07:30 nach Aquas Calientes fahren … wir waren aufgeregt :-). Tja … alles umsonst … Aquas Calientes ist ein Rattenloch … schlimmer als alles Andere was wir jemals gesehn haben. So hab ich mir ein chinesisches Slum vorgestellt … es hat geregnet … abbruchreife Haeuser im Wildwuchs voreinander hintereinander uebereinander nebeneinander, die aussen und innen schimmeln. Die von unserem Guidebook empfohlenen Hostels waren entweder fensterlos, schimmlig oder haben ihre Preise verdreifacht (60 US-Dollar fuer ein kaltes feuchtes Doppelzimmer … Nein Danke!). Durch Zufall haben wir dann ein akzeptables Zimmer gefunden … wir waren die einzigen Gaeste … das erklaert vielleicht den Preis von 18 US-Dollar statt der angeschriebenen 60 US-Dollar.
In Aquas Calientes hat unser Peru-Unmut dann den Hoehepunkt erreicht … die Preise sind doppelt so hoch als in Cusco … fuer noch weniger Qualitaet … Zimmer, Essen … einfach alles. Aber das schlimmste fuer mich war … wie auch schon in anderen Teilen von Peru … die Respektlosigkeit gegenueber Touristen. Man wird von oben herab behandelt … egal wieviel Geld man liegen laesst oder nicht. Nach dem Motto: “Sch… Gringos … lasst eure Geldboersen da und verschwindet wieder”. Klingt extrem? Ist leider zu 100% so! Also kein Ort zum Relaxen und Wohl fuehlen.
Deshalb haben wir am Nachmittag (als der stroemende Regen ne Pause eingelegt hat) den nahe gelegenen Putucusi bestiegen … ewiglange feuchte Holzleitern die senkrecht die Felsen raufgehen. Nach unserer Dachstein-Besteigung im stroemenden Regen mit Lukas, Lukes Mum und Ernesto praktisch ein Kinderspiel fuer uns :-). Auf jeden Fall hat sich der Nervenkitzel ausgezahlt … wir haben nocht nicht oft in unserem Leben so einen schoene Bergaussicht mit eigenen Augen gesehn wie dort … unbeschreiblich. Ausserdem konnten wir beim Wandern etwas Abstand zu Aquas Calientes gewinnen … physisch und psychisch
… es war echt schoen. Am Gipfel hatten wir dann die erste Aussicht auf Machu Picchu (gegenueber) … Wahnsinn!
Plan fuer den naechsten Tag … mit dem ersten Bus (05:30) zum Machu Picchu (sperrt um 06:00 auf) fahren, um vor den Touristenmassen die aus Cusco um ca 09:00 ankommen die Ruinen “in Ruhe” zu geniessen. Ausserdem duerfen nur 400 Personen pro Tag den Huayna Picchu erklimmen (der Gipfel den man auf ALLEN Machu Picchu Fotos im Hintergrund sieht) … und dafuer muss man sich gleich in der Frueh registrieren. Urspruenglich wollten wir zu Fuss hinauf um dem unverschaemten Busunternehmen kein Geld in den Rachen zu werfen (Hin- und Rueckfahrticket um kostenguenstige 14 US-Dollar … wenn man in der peruanischen Landeswaehrung “Soles” zahlen moechte, wird ein Umrechnungskurs angewendet der fuer sie einfach zu rechnen ist und noch mehr Geld in die Kassen spuelt) … nur zum Vergleich … 1h normale Busfahrt kostet in Peru ca 1 US-Dollar … mit Luxusbus ca das doppelte … der Bus zum Machu Picchu braucht ca 20 Minuten pro Richtung und verlangt dafuer 7 US-Dollar … und die Busse fahren erst dann los wenn sie gesteckt voll sind. Nicht anders verhaelt es sich mit dem Machu Picchu Eintrittsticket … dafuer werden 30 Euro faellig … inkludiert ist ein A3-Blatt mit einem groben Plan der Ruinen und einem von einem Volksschueler uebersetztem allgemeinen englischen Text … Hauptinhalt: Was darf man nicht! Zum Beispiel ist die Mitnahme von Wasser und Essen verboten! Toll, wenn man den ganzen Tag in den Ruinen verbringt. Netterweise darf man aber das Gelaende verlassen um sich im angrenzenden Hotel (eine Nacht ab 950 US-Dollar!) um viel Geld Wasser und Snacks kaufen. Wir haben also ausgestopft wie Michelin-Maenchen Wasser und Gebaeck hineingeschmuggelt. Um der ganzen Frechheit noch eins draufzusetzen … Touristen sind Idioten und deswegen behandelt man sie auch so … Toilette kostet extra, Rucksack muss man um 1,5 Euro abgeben … Toiletten sind schmutzig … die Rucksackaufbewahrung nicht sicher … grossartig! Wann habt ihr das letzte Mal Sonja so richtig auszucken gesehn? Ich hab nur mehr lachen muessen, aber Sonja
ist beim zweiten WC-Besuch ausgezuckt … und hat geschimpft wie ein Rohrspatz … tja … irgendwo hat jeder eine Grenze … Sonja’s Grenze ist in Aquas Calientes!
Wir sind also um 04:30 aufgestanden … haben uns um 05:00 gemeinsam mit vielen vielen anderen Touristen bei der Bushaltestelle angestellt und sind mit dem ersten Bus um 05:30 hinauf. Dort wieder anstellen … Rucksack abgeben (wir erinnern uns *g*) … und hinein in die Ruinen. Ab diesem Moment ist alles anders … mir steigts jetzt noch ganz kalt auf, wenn ich daran denke. Wir sind langsam zum Huayna Picchu Registrierungspunkt (natuerlich am anderen Ende der Ruinen!) spaziert … Nebel zieht herum und laesst im Morgengrauen ab und zu ein paar Steinmauern hervorblitzen … Eindrucksvoll! Danach gings zum “Guardians House” … der Ort wo fast alle Uebersichtsfotos von Machu Picchu entstehen … und haben dort ueber eine Stunde beobachtet wie der Nebel die Ruinen langsam “freigibt” … spektakulaer … man fuehlt sich wie Indianer Jones … man moechte weinen, lachen … alles gleichzeitig … einmalig. Auch die Besteigung des Huayna Picchu am spaeten Vormittag wars echt Wert … die Sonne kam langsam heraus … die (andere) Aussicht auf die Ruinen war fabelhaft. Wir haben dann bis um ca 4 am Nachmittag die Ruinen auf eigene Faust erkundet … das Wetter hat alle Seiten gezeigt … von Nebel ueber Sonnenschein und stroemenden Regen war alles dabei! Kroenender Abschluss und der Hoehepunkt des Tages fuer Sonja … ein riessen Regenbogen neben den Ruinen. Die Ruinen waren ATEMBERAUBEND und einfach wunderschoen!
So nahe kann also das Gute und das Boese nebeneinander liegen …
Mit dem Bus gings dann tief durchnaesst zum Zug … mit dem Zug nach Cusco … vom Bahnhof direkt zum McDonalds
… und dann zum frierend kalten neuen Hostel. Eigentlich sorgfaeltig vor unserer Abfahrt ausgesucht haben sich die Erwartungen nicht erfuellt (kalte Dusche in einem kalten Zimmer nach einem ziemlich langen nassen Tag ist nicht so gemuetlich *g*). So gings dann am naechsten Tag in die “Hospediaje Royal Frankenstein” … toll … ziemlich verruecktes Hostel das von einem sympatischen Deutschen gefuehrt wird … tja … und so hatten wir einen schoenen Abschluss unseres Cusco-Aufenthaltes. Ausserdem haben wir vor der Tour in den Sacred Valley ein tolles indisches Restaurant gefunden und mittlerweile 4x dort unheimlich gut gespeist :-).
In 3 Stunden gehts nach Lima und von dort in der Nacht nach Buenos Aires. Wir freuen uns auf Steak, Wein und Sonnenschein. Die Anden sind gottseidank weit entfernt und Buenos Aires steht hoffentlich fuer “gute Luft” (Zitat Bine).
Resume
Nach den 7 Wochen in Ecuador und Peru ein kleines Resume: Ecuador hat uns ganz gut gefallen … bissl enttaeuscht waren wir nur, weil wir eigentlich an einem Tag in Australien mehr Wildlife gesehn haben als in Ecuador in 4 Wochen … aber prinzipiell hat Ecuador einen positiven Eindruck hinterlassen. Die Leute waren ueberwiegend freundlich und nett … und als Tourist ist man eigentlich ganz normal behandelt worden. Ganz im Gegensatz zu Peru. Wir sind definitiv keine Peru-Freunde geworden. Schade irgendwie, denn das Land hat bzw haette kulturell viel zu bieten … allein die Handwerkskunst ist wirklich beeindruckend und schoen … aber die Umgangsweise mit “Gringos” ist nach 3 Wochen wirklich nicht mehr zum Aushalten … und man ist jeden Tag zigmal damit konfrontiert … wenn man Wasser kauft muss man nach den Preis fragen (Preise sind hier NIE angeschrieben) und die weisse Hautfarbe macht alles doppelt so teuer. Andererseits im nachhinein eine interessante und lehrreiche Erfahrung … mit weisser Hautfarbe ist man mit Diskriminierung eher selten konfrontiert. Der Dreck … die Ungleichverteilung von Geld (Touristenbetriebe) und kein Geld (alle anderen) … der Umgang mit ihren Kulturguetern (wenn Touristen Interesse an Ruinen zeigen werden diese zu Geld gemacht … unabhaengig vom Schaden den die Ruinen durch den Massentourismus davontragen … wenn nicht dann laesst man sie verfallen bzw auspluendern) … die Respektlosigkeit gegenueber den “Sch…. Gringos” … hinterlassen aber einen bitteren Nachgeschmack.
Ahja … uns gehts gut … Andre eh schon seit einiger Zeit wieder gesund … Sonja seit einer Woche ebenfalls … und nach der Einnahme des Anti-Parasitenmittels gestern sind bei Sonja hoffentlich jetzt auch die letzten Feinheiten bereinigt :-).
Wir freuen uns jetzt riessig auf unsere letzten Wochen! Bis bald in Argentinien und Brasilien!
Eure zwei Weltenbummler!
(Fotos folgen … leider keine Zeit mehr … wir muessen zum Flieger
)
Über den Eintrag
- Veröffentlicht am:
- 1.03.2009
- Autor:
- Andre
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