Archidona, Baños, Cuenca, Vilcabamba

Unser vorletzter Tag in Ecuador geht zu Ende … morgen Abend gehts weiter nach Peru … spannend!

Archidona

Wir  haben seit unserer Ankunft in Ecuador lange herumueberlegt wo wir unseren Jungletrip machen sollen … im Cuyabeno-Nationalpark oder in Coca in einer Junglelodge, mit einem privaten Guide in den Jungle oder der einfache Zugang in den Amazonas ueber Tena. Cuyabeno ist aufgrund der Naehe zu Kolumbien ausgeschieden (Farc) … Junglelodges in Coca sind meist nicht so billig und von den 4 Tagen hat man aufgrund der An- und Abreise im Endeffekt nur 2 Tage … die Idee mit dem privaten Guide hat mir zwar am Besten gefallen, aufgrund der damit verbundenen mehrtaegigen Uebernachtung im Zelt war Sonja nicht komplett ueberzeugt von der Idee … so sind wir also in der Gegend um Tena gelandet … kein Malaria, auf unserem Weg nach Sueden, schoene Unterkunft … nur das Wildlife ist nicht so wild. Die Gegend um Tena liegt naemlich am Rande des Amazonas und ist seit vielen Jahrzehnten bewohnt … und da Tiere meist scheu sind, verziehen sie sich lieber tiefer in den Jungle, wo der Mensch nicht so viel Laerm und Mist macht.

So sind wir dann am Samstag vor einer Woche fuer vier Tage im “Hakuna Matata” in Archidona untergekommen … einer schoenen Unterkunft eines belgischen Paerchens, die uns so behandelt haben, als waeren wir Hoteltester … wie Koenige auf Erden ;-). Auf dem Weg von Quito nach Archidona hat sich das Klima langsam veraendert aehm verbessert … waermer und feuchter. Wir waren im angrenzenden Regenwald (Sekundaer und weiter abseits auch Primaer) mit Gummistiefeln bewaffnet stundenlang wandern … haben einen Reitausflug unternommen … letzteres fuer einen Reiter (Sonja) ein Traum, fuer mich hauptsaechlich mit Angst um meine Fuesse verbunden … ein Pferd kann naemlich ganz gut seine Breite einschaetzen … vergisst dabei aber leicht mal auf den Reiter am Ruecken … auf einem Weg (Sumpf) mit viel Baeumen ein nicht zu unterschaetzender Faktor ;-).

Die Welt ist klein. Neben uns gibts noch 5 weitere Gaeste … 2 davon aus Wien … Claudia und Andreas … Claudia ist Physiotherapeutin … hat am AKH studiert … und hat mit Michele maturiert :-).

Hoehepunkt war dann die Amazonastour mit Fuehrer. Da wir nur zu zweit waren, mussten wir mit einem Seelenverkaeuferbus nach Misahualli bzw ein Stueckerl weiter. Wenn man einen Seelenverkaeuferbus sieht, versteht man schnell warum wir ihn so nennen … der Bus ist in Europa in den 60ern aus dem Verkehr gezogen worden … in Kombination mit ecuadorianischem Fahrstil ein russisches Roulette. Davor aber in Tena noch kurz zum Markt … Naturheilkunde-Nachhilfe … besonders die dicken gelben lebenden Palmlarven sind “delicious” und gesund wie uns Octavio, unser Fuehrer,ueberzeugen wollte … und gleich mal eine bei lebendigen Leib verschlungen hat. Besonders schoen der Anblick, wenn sich die Larve noch bewegt waehrend er sie in den Mund steckt. Nach der Busfahrt gings mit Kanu 20 Minuten am Napo-River entlang zu einem Quechua-Dorf. Beeindruckend. Eine ganze Familie lebt in einem einzigen Haus auf Stelzen … ein einziger Raum, keine Moebel, keine Betten, lediglich eine Feuerstelle. Seit kurzem gibt es Strom im Dorf … jetzt koennen auch die Quechua-Indianer mit Handies telefonieren … das war ein stranger Anblick … Handy-Ladegeraete in einer solche Holzhuette. Schoene neue Welt. Weiter gings in die Dorfschule, in der die alle Kinder des Dorfes in einem Raum von einer Lehrerin unterrichtet werden … die Kinder haben sich vorgestellt und uns ein Lied vorgesungen … toll ;-).

Nach einer Mittagspause mit einem in-Blaettern-gegarten-Fisch (lecker, wenn auch keine Schoenheitskoenigin) gings zu einer kurzen Wanderung in den Regenwald … interessante Fuehrung … Tausendfuessler, Riessenameisen … nur die groesseren Tiere lassen sich einfach nicht blicken … schad. Die haben wir dann aber im abschliessendem Besuch im “AmaZOOnico” alle gesehn … eine Rettungsstation fuer Regenwaldtiere die in Hotelzimmern gefunden wurden … an der Grenze aufgegabelt … auch toll.

Wir haben uns was anderes erwartet … warn aber am Ende des Tages doch ziemlich begeistert.

Baños

Auf dem Weg nach Cuenca haben wir in Baños einen zweitaegigen Stopp eingelegt. Schoen, klein, ruhig und ein koestliches schweizer Bistro. Ein wenig Sonnenschein gabs auch fuer uns … bis sich rumgesprochen hat, dass wir da sind … dann gabs Regen ;-). Wir haben ne kleine Wanderung unternommen … die Thermalbaeder ausgelassen … und haben zweimal Roesti gegessen ;-) … lecker!

Cuenca

Wieder ein Seelenverkaeuferbus … man hat in Ecuador irgendwie keine Wahl … alle Busse sind alt, manche sind uralt. Viel gefaehrlicher jedoch sind die Fahrer selbst … bis vor kurzem war es gar nicht noetig eine Fahrschule zu besuchen wie uns erzaehlt wurde … aber das nur ein Fakt am Rande. Es gibt nur drei Dinge zu beachten im ecuadorianischen Verkehr:

  • Hupen … immer … bzw zumindest alle zwei Minuten … um Freunde zu gruessen, Leute zu schimpfen, um auf sich Aufmerksam zu machen, Touristen fragen ob sie mitfahren wollen, Fussgaenger und/oder Tiere zu verscheuchen, …
  • Ueberholen darf man AUSSCHLIESSLICH kurz vor oder in einer unuebersichtlichen Kurve. Nein … das ist kein Scherz! Sichere Busfahrer hupen jedoch vor dem Ueberholvorgang. Hilft nix … aber sie fuehlen sich dann vermutlich sicherer.
  • Die Mitte der Strasse ist fuer alle da!
  • … und wenn sichs mal nicht ausgeht … auf einer zweispurigen Strasse haben doch locker drei Autos Platz!

In Reisefuehrern wird daher empfohlen einen Sitzplatz zu nehmen, bei dem man die Strasse nicht sieht. Wir sitzen immer in der ersten Reihe … und beten … 8 Stunden …

Auf jeden Fall sind wir nach 8 Stunden Fahrt mit dem Autobus … indem es zudem wie auf einem Fleischmarkt gerochen hat … in Cuenca angekommen … und mit dem Taxi in unser Hotel … und hatten ein Dejavu … ein fensterloses Zimmer … haha … Melbourne laesst gruessen. Wir gehen schlecht mexikanisch Essen. Der Tag nimmt mit zwei Folgen “Friends” mit spanischen Untertiteln ein positives Ende ;-).

In Cuenca haben wir uns ein paar Kirchen und ein Museum angesehn … uns mit 10 Tafeln ecuadorianischer Schokolade eingedeckt … und 4 Semmeln gekauft … phantastisch … die Globalisierung schlaegt auch hier wieder zu … in ecuadorianischen Staedten gibt es seit einigen Jahren “Supermaxi” und “Megamaxi” … das ecuadorianische Ebenbild von Eurospar und Interspar. Wer haette das erwartet? Auf jeden Fall ist das Essen in Ecuador 10x besser als in Australien … naja … die koennen auch nix dafuer … die Englaender muessen halt ueberall ihre Spuren hinterlassen. Am Abend gehn wir ins “Cafe Austria” essen … Wiener Schnitzel und Apfelstrudel … kein Mensch spricht Deutsch oder Englisch … die Bilder an der Wand zeigen New York … der Mozartkopf ist bunt … der Koch hat noch nie in Oesterreich gegessen … aber die Speisen sind teuer … wenigstens etwas oesterreichisches!

Vilcabamba

Nach weiteren 6 Bussstunden sind wir gestern in Vilcabamba angekommen … ein gemuetliches Doerfchen im Sueden von Ecuador. Beim Abendessen in einem kleinen rustikalen Restaurant spricht uns ein ecuadorianisches Paerchen an … sie koennen fast kein Englisch … wir fast kein Spanisch … und so landen wir ein paar Minuten spaeter in ihrem Auto … bekommen eine kleine Dorfrundfahrt und beenden den Abend in einer Bar. Wir sind verrueckt und das wissen wir auch. Aber es war ein lustiger Abend.

Heut haben wir uns einen fetten Sonnenbrand bei Wolkenhimmel geholt … wir sind ja auch wirklich richtige Deppen … wir haben IMMER Sonnencreme und Kapperl mit dabei … brauchen es nie aufgrund der hohen Niederschlagsmengen … auf jeden Fall haben wir endlich wieder mal so richtig unseren Koeper gefordert und waren 5 Stunden wandern.

Morgen gibts vielleicht noch einen weiteren kleinen Gipfelsturm … dann wieder schlecht essen in Vilcabamba … und dann mit Seelenverkaeufer nach Loja (1h), mit dem Nachtbus nach Piura in Peru (8h) und weils dort so schoen sein soll gleich weiter nach Trujillo (6h).

Der naechste Eintrag folgt also aus Peru. ¡Hasta luego!


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